• Kurzsichtigkeit fängt im Schulalter an. Ab dem Schuleintritt verbringen die Kinder viel Zeit damit, in ihre Hefte, auf die Schultafel und auf Handy- oder Computerbildschirme zu starren. Alles meist bei künstlicher Beleuchtung. Durch das viele Starren verlieren ihre Augen die Fähigkeit, sich auf weite Entfernungen einzustellen. Eltern sollten daher auf mögliche Anzeichen von Kurzsichtigkeit achten. Die Wiener Landesinnung für Augenoptiker/Optometristen hat hilfreiche Tipps erstellt, die wir Ihnen hiermit ans Herz legen. Im Zweifelsfall einfach regelmäßig zur Kontrolle beim Augenarzt gehen. Verschreibt dieser eine Brille, kommen Sie damit zu uns. Wir haben eine große Auswahl schöner Kinderbrillen und nehmen uns alle Zeit der Welt, damit Ihr Kind eine Brille bekommt, mit der es wieder gut sieht und die es auch gerne trägt.

    Unsere Tipps für Eltern, Lehrerinnen und Lehrer:

    • Anzeichen früh erkennen

    Kleinkinder kompensieren Sehschwierigkeiten häufig. Im Schulalter wird das schwieriger. Die Kinder kneifen die Augen zu, um die Schrift auf der Tafel zu erkennen, lehnen sich vor, bekommen Kopfweh. Sie schaffen es nicht, Bälle zu fangen. Sie scheinen unkonzentriert, machen viele Fehler. Statt sofort an Lernprobleme zu denken, wäre es sinnvoll, erst die Augen der Kinder überprüfen zu lassen.

    • Mindestens eine halbe Stunde Tageslicht mehr

    Die Kinder nach draußen zum Spielen schicken, klingt einfacher als es im Alltag von Familien heute oft ist. Aber es lohnt sich. Einer australischen Studie zufolge kann schon eine zusätzliche halbe Stunde Tageslicht einen Unterschied machen: Forscher hatten 102 Schulkinder mit Lichtsensoren ausgerüstet. Normalsichtige Kinder verbrachten pro Tag im Schnitt gut zwei Stunden im Tageslicht, kurzsichtige Kinder nur etwa eineinhalb Stunden. Dieser Effekt verringert sich aber, wenn die Kinder zwar draußen sind, dabei aber den Blick nur auf das Handy gerichtet haben.

    • Die richtige Brille für Kinder

    Mit Augenübungen allein ist es nicht getan. Ist die Kurzsichtigkeit einmal da, ist eine vom Fachoptiker angepasste Brille unumgänglich. Nur mit korrigierter Sicht kann man Folgeprobleme vermeiden. Die Brille für Kinder sollte leicht sein, einen flexiblen oder besonders geschützten Rahmen haben, da sie hohen Belastungen ausgesetzt wird, und sie muss dem Kind gefallen. Denn nur dann wird es die Brille auch täglich tragen.

    • Nutzungsregeln für Bildschirme

    Klare Nutzungsregeln, die die Bildschirmzeit der Kinder einschränken, sind notwendig. Sprechen Sie mit den Kindern darüber, was sie mit der Bildschirmzeit anfangen wollen, aber auch darüber, wie sie jeden Tag auf ihre zwei Stunden Tageslicht kommen können.

    • Fern- und Nahsehen üben

    Übungen, bei denen der Blick mehrmals abwechselnd ein paar Sekunden in die Ferne und in die Nähe gerichtet wird, können die Augen ein wenig „in Schuss“ halten. Sie helfen bei dem so wesentlichen flexiblen Wechsel zwischen den Distanzen. Das geht durchaus auch in Form von Spielen wie etwa „Ich seh, ich seh, was du nicht siehst“.

    • Augentropfen

    Vermehrt im Gespräch sind Augentropfen mit dem aus der Tollkirsche gewonnenen Wirkstoff Atropin, die die Myopie einbremsen sollen. Die Innung der Augenoptiker rät zu einem Gespräch mit einem Augenarzt, um zu klären, ob das ein sinnvoller Weg ist.

    • Besondere Kontaktlinsen

    Studien haben gezeigt, dass der Einsatz von weichen Multifokal-Kontaktlinsen und Orthokeratologie-Linsen bei manchen Kindern den Fortschritt der Myopie verlangsamt. Die Krankenkassen beteiligen sich bei jenen Kindern an den Kosten für solche Linsen, deren Kurzsichtigkeit pro Jahr um mindestens eine Dioptrie zunimmt. Informieren Sie sich bei Ihrem Augenoptiker/Optometristen.